Provokation: "Annahme verweigert :)"

Ganz genau werden wir nie erfahren, was Materazzi über Zidanes Schwester beim WM-Finale Italien – Frankreich 2006 gesagt hat. Faktum ist, er konnte damit Zidane so provozieren, dass dieser ihm den legendären Kopfstoß verpasste. Das Ende kennen wir aber genau: Zidane sieht rot, Italien gewinnt im Elferschießen.

 

Auch wenn wir das Match nicht gesehen haben, können wir folgendes ableiten:

 

 Zu diesem Zeitpunkt waren die Italiener wohl nicht die eindeutig überlegene Mannschaft am Feld.

Der überlegene Teil braucht keine Provokationen.

Die Überlegenen kümmern sich um ihr Spiel und nicht um den Gegener.

 

Zidane hat sich aus der Fassung bringen lassen.

Er hat es zugelassen und deshalb hat die Provokation gewirkt.

Eine Provokation, die nicht aufgeht, kostet Energie. Was wäre wohl passiert, hätte Zidane sich nicht wieder umgedreht, sondern hätte seinen Weg weg von Materazzi fortgesetzt?

Materazzi hätte sich wohl Gedanken darüber gemacht. Hat Zidane ihn nicht gehört? Hat er ihn nicht verstanden? Wollte er das überhören? Hätte er was anderes sagen müssen? Stärker provozieren? Also, das hat nicht gewirkt. War erstens vergeudete Energie, zweitens riskant und drittens hat es Materazzi aus dem Spielfluss genommen!

 

Die Annahme der Provokation hat Frankreich geschwächt. 

Zidane, bis dahin einer der besten Spieler am Platz, der einzige Torschütze für Frankreich, musste in seinem Abschiedsspiel mit Rot in die Kabine, seine Mannschaft geschockt, Nerven, Energie und Konzentration am Boden. Italien kommt ins Elferschießen und gewinnt dort.

 

 

Wie hilft uns das weiter?

 

Ärger (also negative Emotionen) beeinflusst deine Leistung IMMER negativ. IMMER. Und sobald dein Team sich mitärgert, (vielleicht über deine Reaktion, deinen Ärger?) wird auch das Spiel des gesamten Teams schlechter.

 

Du kannst die Aktionen der Gegner nicht beeinflussen, also denk am besten gar nicht darüber nach.

 

Kümmere dich ausschließlich um DEIN Spiel.

Bei unfairem Spiel: kümmere dich ausschließlich um dein SPIEL.

 

Wirst du gefoult: danke für die Pause. Da kannst du auch gleich deine Stutzen richten, deine Schuhe binden… Willst du keine Pause, kannst du einfach schnell weiterspielen.

 

Eine Zurückweisung, eine Nichtannahme der Provokation schwächt den Gegner.

 

·        Lieber Gegner, schön, dass du dir Gedanken über mich machst.

         Mach weiter damit,  denk lieber über mich nach als über dein Spiel 😊

·        ich weiß, dass du mich ablenken willst, gelingt dir nicht.

·        Ich erkenne deine Provokation. Du kannst sie behalten.

·        Ich weiß, dass du mich ärgern willst, ich lass das nicht zu.

·        Schön, dass du dir nicht spielerisch helfen kannst, das stärkt mich auch.

·        Ok, kümmere DU dich um mich, ich kümmere mich um den Ball.

·        Oh, DAS brauchst du! Ich bleib beim Spiel.

·        Meine Gedanken bleiben beim Spiel.

·        Ich spiele mein Spiel.

·        Ich kenne meine Stärken.

·        Annahme verweigert 😉